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Session 1 — Dein erstes Protokoll

Anmelden, Protokoll anlegen, Deck bestücken, Vier-Schritte-Sequenz, Simulation

~45 minEinsteigerKein Hardware-Risiko

Ziel: Du legst ein Protokoll MC-01 Simple Transfer an, bestückst das Deck mit Reservoir, Platte und Tips, baust die klassische Vier-Schritte-Sequenz und lässt sie im Simulator laufen — ganz ohne Hardware.

Voraussetzungen:
Rollen — wer sieht was?
RolleIm Protokoll-Editor
adminSieht den Editor nie — Administratoren landen immer in der Admin Console.
analystListe und Protokolle nur lesend; sieht nur Protokolle im Status verified / validated, darf sie ausführen.
developerVoller Editor — anlegen, bearbeiten, auch Entwürfe ausführen. Diese Session nutzt developer.

1Anmelden

Auf dem Login-Screen wählst du oben den Application Context. Für die Protokollerstellung ist das FELIX — der CNSX-Kontext hat keinen Protokoll-Editor. Danach Benutzername und Passwort, Log In.

FluX Login mit Application Context FELIX
Login. Application Context FELIX gewählt; die Plattform nennt sich hier „Liquid Handler Management Platform".

2Orientierung: Fleet Management

Nach dem Login siehst du das Fleet Management — die Geräteflotte. Die FeliX-Karte zeigt Status (READY), den montierten Kopf (unten in der Statusleiste: Connected Head R96_250) und die Ausführungsziele SIM/FELIX. Merke dir den Kopf — er spielt in Schritt 5 eine Rolle.

Fleet Management mit FeliX-Gerätekarte
Fleet Management. Ein verbundenes Gerät, Status READY. Die Statusleiste unten zeigt jederzeit Instrument, Kopf und Systemzustand.

3Die Protokoll-Liste

In der linken Seitenleiste öffnest du Liquid Protocols. Hier lebt alles: aktive Protokolle, Vorlagen (Tab Templates), Import/Export. Jede Zeile trägt ein Status-Badge: DRAFT (editierbar, nur Sim), VERIFIED und VALIDATED (freigegeben für echte Läufe). Aktionen wie Edit Sequence, Clone Config oder Export JSON stecken im „⋯"-Menü am Zeilenende.

Liquid Protocols Liste
Active Protocols. Suche, Filter, Import JSON und der rote Button + New Protocol.

4Neues Protokoll anlegen

Klick auf + New Protocol. Im Dialog „Define Robotic Protocol" gibst du ein Internal Label (kurzer, eindeutiger Name) und eine Description (was macht das Protokoll?) an — dann Register. Das Protokoll startet als DRAFT mit 12 leeren Deck-Slots.

Define Robotic Protocol Dialog
Define Robotic Protocol. Sprechende Namen zahlen sich aus — die Liste wird schnell lang.

5Der Sequence Architect

Ein Doppelklick auf die Zeile (oder „⋯" → Edit Sequence) öffnet den Editor. Oben die vier Arbeitsbereiche: Deck (Bestückung), Steps (Ablauf), Variables (Session 3) und Cheat Sheet (Nachschlagewerk). Links die Startknöpfe SIM/MOCK, im Kopfbereich der Verbindungs-Chip LIVE, die Kopf-Auswahl und der Vol.-Tracking-Schalter (Session 5).

Wichtig: Kopf zuerst!
Stelle die Kopf-Auswahl auf den tatsächlich montierten Kopf — hier Head R 96/250 µL. Die gültigen Wertebereiche vieler Parameter hängen am Kopf: Mit dem 25-µL-Kopf wäre ein 50-µL-Aspirat sofort ein Preflight-Fehler („value 50 is above the allowed maximum 25 for head R384_25"), und das Protokoll ließe sich nicht speichern.
Sequence Architect, leeres Protokoll
Frisch geöffnet: 0 Steps, FelixDeck 12-Pos, LIVE-Verbindung zum Gerät, Kopf R 96/250 µL gewählt. Der Editor speichert automatisch — der Status wechselt zwischen Unsaved Changes / Saving… / Saved.

6Deck bestücken

Im Tab Deck findest du links den Katalog mit Suchfeld und Filter-Chips (tip · reservoir · plate · adapter). Zwei Wege aufs Deck: Klick legt das Teil in den nächsten freien Slot, Drag & Drop in einen bestimmten. Für Tips gibt es Quick Tip Setups — ein Klick platziert Rack samt Tips als fertigen Stapel.

Deck-Tab mit Katalog und leeren Slots
Leeres Deck. Slots 1–6 unten (Deck A), 7–9 hinten oben (Deck B), 10–12 vorn oben (Deck C). Jeder Slot hat einen Block-Schalter, um ihn zu sperren.

Für unseren Transfer brauchen wir drei Dinge:

Deck mit Reservoir, Platte und Tipbox
Bestücktes Deck A: Reservoir (Slot 1), 96er-Block (Slot 2), Tipbox mit geladenen Tips (Slot 3, Häkchen-Badge). Der Swap-Schalter markiert einen Slot als tauschbar — wichtig für Mehrfach-Zyklen (Session 6).

7Die Sequenz bauen

Wechsle zum Tab Steps. Der Ablauf gliedert sich in drei Bänder: PRE-EXECUTION (Systemschritte wie Workflow Init, Device Initialize, Set Deck Layout — großteils vorkonfiguriert und teils gesperrt), dein WORKFLOW und POST-EXECUTION (z. B. Device Quit). Du arbeitest fast nur im mittleren Band.

Der erste Schritt kommt per Drag & Drop aus der Aktionspalette auf die Fläche „Sequence is Empty". Danach wird es bequemer: Schalte oben rechts den Insert Mode ein — zwischen den Schritten erscheinen gestrichelte „+"-Einfügepunkte. Ein Klick auf „+" wählt die Position, ein Klick auf eine Palettenkarte fügt die Aktion genau dort ein.

Steps-Tab mit aktiviertem Insert Mode
Insert Mode aktiv („+ Click + to insert"). Links die Palette FeliX Hardware Actions mit Suchfeld; gefährliche Aktionen wie Drive Head sind rot markiert („Danger zone").

Unsere Sequenz ist der Klassiker jeder Liquid-Handler-Ausbildung:

Fertige Vier-Schritte-Sequenz
Die fertige Sequenz. Jede Karte zeigt ihre wichtigsten Parameter als Chips (z. B. Aspiration V… 50 µL). Zwischen den Schritten: die „+"-Einfügepunkte des Insert Mode.

8Parameter verstehen

Ein Klick auf den Titel eines Schritts öffnet den vollen Parameter-Editor — gruppiert nach Phasen. Bei Aspirate With Overstroke etwa MOVE INTO CAVITY (X/Y/Z-Offset, Z-Referenzposition, Anfahrgeschwindigkeit) und ASPIRATE. Jeder Wert trägt seine Einheit als Chip (mm, µL, µL/s), und die Buttons VAR und fx deuten schon an, was in Session 3 kommt: Parameter an Variablen und Formeln binden.

Gut zu wissen
Die Gruppe ASPIRATE trägt ein „linked"-Badge: AspirationVolume, AspirationSpeed und AspirationTime bilden eine Triade — zwei Werte gibst du vor, den dritten rechnet das System. Details in Session 3.
Aufgeklappte Parameter des Aspirate-Schritts
Parameter-Editor. Der Schrittname lässt sich inline umbenennen (Enter bestätigt, Esc bricht ab) — sprechende Namen helfen später beim Lesen der Execution History.

9Simulation — der erste Lauf

Links oben sitzt der Knopf SIM: ein Trockenlauf komplett in Software — keine Bewegung, keine Flüssigkeit, aber die volle Ablauflogik. Während des Laufs wird der aktive Schritt hervorgehoben, abgeschlossene Schritte werden abgehakt, und der Var Inspector (rechts oben) zeigt live Variablen und Trace. Mit Abort brichst du jederzeit ab.

Simulation läuft, Schritt 2 von 4 aktiv
Sim läuft: Schritt 02 Aspirate With Overstroke ist aktiv (blau umrandet), der Var Inspector meldet „Step 2 / 4". Schritt 01 ist bereits abgehakt.
Simulation abgeschlossen
Lauf beendet. Ein Draft darf nur im Simulator laufen — echte Hardware-Läufe (Real/Mock) verlangen den Status Verified oder Validated und die Pre-Run-Checkliste (Sessions 6 und 7).

10Preflight & Cheat Sheet

Der Preflight-Check im Kopfbereich prüft dein Protokoll permanent gegen das Geräte-Schema: Wertebereiche (kopfabhängig!), fehlende Pflichtwerte, Tip-Logik. Fehler blockieren das Speichern, Warnungen (etwa „ZHeightEnd is 0 — confirm that 0 is intended") sind Hinweise zum Prüfen. Der Tab Cheat Sheet ist dein Nachschlagewerk: alle verfügbaren Hardware-Aktionen mit Kurzbeschreibung.

Cheat Sheet mit Preflight-Status
Cheat Sheet. Kopf auf R 96/250 µL, Status Saved, Preflight zeigt nur noch 3 Hinweise — das Protokoll ist konsistent.

Übungen

  1. Nachbauen: Lege MC-01 Simple Transfer wie oben an und bring die Simulation zum Durchlaufen.
  2. Variieren: Füge zwischen Aspirate und Dispense einen Aspirate Airgap ein (Insert Mode!) und beobachte den Unterschied im Ablauf.
  3. Kaputtmachen (mit Absicht): Stelle den Kopf auf R 384/25 µL um und lies die Preflight-Fehler. Stelle zurück — verstehst du jetzt, warum der Kopf zuerst kommt?